
MAA spricht mit Jessica Meier
Vom Sportmuffel mit Bandscheibenvorfall zu jemand der 17kg abgenommen hat und Bewegung liebt
Noch vor wenigen Jahren hat Jessicas Bandscheibenvorfall ihr Leben bestimmt. Durch die ständigen Schmerzen hat sie sich nie mehr bewegt als im Alltag nötig war - Übergewicht und schlechte Gewohnheiten waren die Folge. Heute hat sie 17kg abgenommen und kann sich ein Leben ohne Sport nicht mehr vorstellen.
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Foto: dient zur Veranschaulichung, Tobias Gran (Name geändert) möchte nicht erkannt werden.
Jessica, du hattest bereits mit Mitte 20 einen Bandscheibenvorfall. Wie sah dein Alltag damals aus?
Ja das stimmt - ich war ehrlich gesagt sehr eingeschränkt. Und zwar nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf. Ich hatte ständig Schmerzen, mal stärker, mal schwächer, aber nie wirklich Ruhe. Ich konnte nicht lange sitzen, nicht lange stehen, schlecht schlafen.
"Jede Bewegung war begleitet von Angst"
Jede Bewegung war begleitet von dieser Angst: Was, wenn es jetzt schlimmer wird?
Gleichzeitig hatte ich auch ein paar Kilo zu viel auf den Rippen. Das wusste ich. Und die waren auch schon vor dem Bandscheibenvorfall da. Aber ich habe mir damals eingeredet, dass Bewegung für mich keine Lösung ist. Beziehungsweise eigentlich hatte ich das auch nicht so wirklich auf dem Schirm. Vermutlich hatte ich einfach keine Luste und habe mir dann eingeredet, dass es sowieso nichts bringen würde. Sport war einfach nichts, womit ich mich identifiziert habe. Und ganz ehrlich: Ich wusste auch überhaupt nicht, was ich hätte machen sollen. Ich hatte einen kaputten Rücken, dachte ich zumindest. Also warum sollte ich den auch noch „belasten“?
Irgendwann stand sogar eine Operation im Raum. Was hat das mit dir gemacht?
Das war der Punkt, an dem ich richtig Angst bekommen habe. Es ging um eine mögliche OP, sogar um eine Versteifung. Und da ist bei mir alles zusammengefallen.
Meine Mama hatte ebenfalls mit ähnlichen Problemen in ihrem Rücken zu kämpfen und wurde operiert – aber sie hatte danach keine wirkliche Besserung. Sie hatte weiterhin Schmerzen, weiterhin Einschränkungen. Und ich habe mir nur gedacht: Das soll meine Zukunft sein?
Ich hatte nicht das Gefühl, dass eine OP mein Problem löst. Eher im Gegenteil. Ich hatte Angst, dass ich danach zwar operiert bin – aber trotzdem nicht frei. Und gleichzeitig wusste ich: So wie es gerade ist, kann es nicht weitergehen. Ich war an einem Punkt, an dem ich dachte: Ich muss jetzt etwas tun, auch wenn ich keine Lust habe. Auch wenn es mir Angst macht.
Und bist du dann schließlich bei einem Personal Trainer gelandet. Wie kam es zu dem Wendepunkt?
Ich habe lange überlegt was sinnvolle Alternativen zu einer OP wären. Und um ehrlich zu sein kam ich nicht wirklich auf eine große Auswahl: Das einzige, das ich noch nicht unternommen hatte und ich mir ja auch eines großen Defizits bewusst war, dass war Bewegung oder eben Sport.
Es war dann nicht wirklich so, dass ich motiviert war oder nun Lust hatte mit Sport zu beginnen. Wirklich nicht. Ich hatte keine Motivation. Aber ich dachte mir, dass genau dieser Schritt eben die letzte und einzige Möglichkeit sei um eine OP drumherum zukommen.
"Für mich waren klassische Fitnessstudios keine Option"
Für mich waren klassische Fitnessstudios keine Option. Da ich mich als "Fitness-Neuling" nicht blamieren wollte und darüber hinaus hätte ich mit meinem Rücken sowieso keine Ahnung gehabt wo ich anfange soll. Ich habe ich mich mal im Internet informiert und bin so auf einen Personal Trainer in Aalen gestoßen. Die Idee, dass da jemand ist, der mir sagt was zu tun ist, nach mir schaut und sich mir einfach komplett annimmt, erschien mir total interessant.
Nach kurzer Recherche bin ich dann auf Daniel Gröber und sein Team aufmerksam geworden. Das Konzept und das Team fand ich gleich total sympathisch und so habe ich mich einfach darauf eingelassen.
Wie waren die ersten Wochen im Training für dich – körperlich und mental?
Überraschend. Und ehrlich gesagt auch ein bisschen beschämend – im positiven Sinne.
Ich habe gemerkt, dass mein Körper viel mehr kann, als mein Kopf mir jahrelang eingeredet hat. Natürlich war alles angepasst, kontrolliert, sauber aufgebaut. Aber ich habe zum ersten Mal gespürt: Bewegung tut mir gut. Nicht trotz meines Rückens – sondern wegen meines Rückens.
"Ich musste lernen, meinem Körper wieder zu vertrauen"
Mental war das fast der größere Schritt. Ich musste lernen, meinem Körper wieder zu vertrauen. Weg von dieser ständigen Angst vor Schmerz. Und genau da war die Begleitung extrem wichtig. Zu wissen: Hier schaut jemand drauf. Hier passiert nichts Fahrlässiges. Ich habe mich in guten Händen gefühlt und das war wichtig - immerhin konnte ich mir selbst was meinen Körper angeht schon lange nicht mehr vertrauen.
Du hattest schon nach wenigen Monaten keine Rückenprobleme mehr. Was ist da passiert?
Das ist für mich noch immer kaum zu glauben – auch für meine Mama. Rückblickend waren die Schmerzen nach circa drei Monaten weg. Nicht „besser“, sie waren weg. Aber selbst nach dem ersten Training hatte ich das Gefühl, als würde sich mein Rücken viel mobiler und irgendwie leichter anfühlen.
Nach drei Monaten waren die Schmerzen weg und nach ein paar weiteren Monaten hatte ich das Gefühl, dass ich selbst wieder einen Zugang zu meinem Körper und zu dem was er tatsächlich leisten kann, bekommen habe.
Wir konnten das Training dann auf ein ganz anderes Level bringen. Übungen, die vorher undenkbar waren, wurden plötzlich möglich - ich habe sogar angefangen mich an Klimmzüge zu wagen. Ich habe Muskulatur aufgebaut, Stabilität gewonnen, Körperspannung entwickelt.
Und das Verrückteste: Ich habe mich plötzlich stark gefühlt. Nicht mehr zerbrechlich. Nicht mehr „kaputt“. Sondern belastbar. Das hat unglaublich viel mit mir gemacht. Auch mit meinem Selbstbewusstsein.
Neben dem Rücken hast du auch stark an Gewicht verloren. Wie hat sich das angefühlt?
Ich habe insgesamt 17 Kilo verloren – aber das war fast nebensächlich im Vergleich zu dem, was sich sonst verändert hat. Natürlich war das auch ein Ziel, das ich mich schon lange nicht mehr wohl in meinem Körper gefühlt habe, aber primär ging es mir eigentlich um meinen Rücken.
"Ich habe insgesamt 17 Kilo verloren - aber das war fast schon Nebensache"
Daniel hat nicht nur mit mir trainiert, sondern mir auch geholfen meine Ernährung umzustellen. Es ist schon krass zu sehen was ich mir früher so reingestopft habe und wie bewusst, gesund und bedacht mein Essen heute ist. Da war ich sehr dankbar, dass mein Trainer Daniel das mit initiiert hat - ich "wollte" ja eigentlich nur trainieren.
Es war schön meinen Körper im Spiegel anders zu sehen. Aber viel wichtiger war und ist mir einfach, dass ich mich mittlerweile gerne bewege. Ich hab Energie. Ich hatte das Gefühl, meinem Körper etwas Gutes zu tun – nicht ihn zu bestrafen.
Die Ernährung war kein Verzicht, sondern ein Lernprozess. Ich habe verstanden, was meinem Körper hilft. Und plötzlich war „gesund leben“ kein Zwang mehr, sondern eine logische Konsequenz.
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Du sagst heute, dass du dir ein Leben ohne Sport nicht mehr vorstellen kannst. Wenn dir das früher jemand gesagt hätte – was hättest du geantwortet?
Ich hätte vermutlich gelacht. Sport war für mich früher etwas, das andere machen. Nicht ich.
Heute ist Bewegung ein fester Bestandteil meines Lebens. Nicht, weil ich muss – sondern weil ich will. Weil ich weiß, wie es sich anfühlt, keinen Schmerz zu haben. Weil ich weiß, was mein Körper kann, wenn ich ihn pflege statt ihn zu ignorieren. Ich habe nicht nur meinen Rücken verändert. Ich habe mein Selbstbild verändert. Ich finde es zwar immer noch verrückt, dass ICH das sage aber ein Leben ohne Sport kann ich mir nicht mehr vorstellen.
Was würdest du Menschen sagen, die sich in deiner früheren Situation wiedererkennen?
Also ich würde ihnen dringend raten etwas für sich zu machen - bewegen, Sport machen. Für mich ist immer noch so erstaunlich, dass ich mich bereits nach einem einzigen Training so viel besser gefühlt und nach ein paar Wochen schmerzfrei war. Wir haben echt einen faszinierend Körper - aber es kann halt nur gut werden, wenn man loslegt.
Also hört auf, auf die Angst oder die Stimme zu hören, die euch sagt, dass es keinen Ausweg gibt. Ich weiß, wie lähmend Schmerzen sein können. Und ich weiß auch, wie groß die Zweifel sind. Aber jetzt weiß ich auch, wie schnell und irgendwie doch "einfach" man sich besser fühlen kann. Also: Mach´s einfach - leg am besten heute noch los.
Und wenn ihr euch unsicher seid, wie ihr loslegen könnt, holt euch einfach Unterstützung. Wenn ihr euerm Körper etwas gutes tun wollt ,empfehle ich von Herzen Daniel und sein Team. --> www.daniel-groeber.de
Letzte Frage: Was hat diese Reise mit dir als Mensch gemacht?
Ich bin selbstbewusster geworden. Klarer. Dankbarer.
Ich weiß heute, dass mein Körper kein Gegner ist. Er ist mein Zuhause. Und ich trage Verantwortung für ihn.
Was ich früher belächelt habe – Training, Ernährung, Routinen – ist heute ein Fundament meines Lebens. Und ich bin unendlich froh, dass ich mich damals überwunden habe, diesen Schritt zu gehen.











