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Kultur, Film & Musik

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MAA bittet um Mithilfe

Mord in Aalen im Januar. Löse den fall!

Ein Mord in Aalen. Drei Täter kommen in Frage. Aber wer hat Gelegenheit, Wissen und Motiv. Hilf der Kripo in Aalen und ermittle den Mörder mit!

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Foto: MAA

Der stille Abend am Kocher


Der November hatte die Stadt früh verdunkelt. In Aalen lag ein feiner Nebel über dem Kocher, der das Wasser glätten und die Geräusche dämpfen wollte. Nur das ferne Rauschen der Bundesstraße erinnerte daran, dass das Leben hier nicht zum Stillstand gekommen war.


Im Obergeschoss des alten Hauses in der Ulmer Straße brannte noch Licht. Es war das Büro von Martin Seidel, 62 Jahre alt, Inhaber einer kleinen, aber seit Jahrzehnten einflussreichen Immobilienverwaltung. Wer mit ihm zu tun hatte, wusste: Seidel hörte zu, vergaß nichts – und verzieh selten.


Am nächsten Morgen fand ihn seine Reinigungskraft tot. Er saß aufrecht in seinem Ledersessel, die Hände ordentlich auf den Armlehnen. Kein umgestürztes Möbel, kein zerbrochenes Glas. Nur ein schmaler, dunkler Fleck am Kragen seines Hemdes. Der Notarzt stellte schnell fest: Tod durch Vergiftung. Der Kaffee auf dem Schreibtisch – halb leer, kalt – roch bitter.


Unfall schied aus. Suizid ebenso. Martin Seidel hatte am Vorabend noch zwei Termine für die kommende Woche notiert, sorgfältig mit Bleistift, wie immer. Und es gab keinen Hinweis darauf, dass jemand Fremdes das Büro betreten hatte. Die Haustür war verschlossen, das Schloss unbeschädigt. Der Täter musste jemand sein, der Zugang hatte – und einen Grund.


Der Kreis derjenigen, die an diesem Abend bei Seidel gewesen waren, war überschaubar. Genau drei Personen.


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Anna Keller, 58, Seidels langjährige Büroleiterin. Seit über dreißig Jahren arbeitete sie für ihn, kannte jede Akte, jeden Mieter, jede offene Rechnung. Sie war es, die jeden Morgen zuerst kam und abends meist zuletzt ging. An jenem Abend hatte sie das Büro gegen 18.30 Uhr verlassen, wie sie sagte – pünktlich, fast demonstrativ pünktlich. Sie habe einen Arzttermin gehabt. Ihre Beziehung zu Seidel war korrekt, aber kühl geworden. Vor einem halben Jahr hatte er ihr angekündigt, Aufgaben an einen externen Dienstleister abzugeben. „Um Kosten zu sparen“, hatte er gesagt. Anna Keller hatte darauf nur genickt.


Thomas Seidel, 35, der Sohn. Er lebte seit Jahren in **Schwäbisch Gmünd**, arbeitete dort als freier Grafiker. Das Verhältnis zum Vater galt als schwierig. Martin Seidel hatte seinem Sohn mehrfach Geld geliehen – zuletzt vor wenigen Wochen. Am Abend des Todes war Thomas überraschend in Aalen gewesen. Er hatte gegen 17 Uhr im Büro vorbeigeschaut, angeblich um „ein paar Dinge zu klären“. Zeugen sahen ihn kurz darauf nervös vor dem Haus telefonieren.


Die dritte Person war Petra Lang, 61, ehemalige Geschäftspartnerin. Gemeinsam hatten sie in den Neunzigerjahren mehrere Wohnanlagen entwickelt, auch in **Ellwangen**. Vor drei Jahren war es zum Bruch gekommen. Ein Projekt war gescheitert, Geld verschwunden. Petra Lang hatte Martin Seidel dafür verantwortlich gemacht. Am Tatabend hatte sie ihn um 19 Uhr besucht. Sie blieb, so sagte sie, keine zwanzig Minuten. Danach sei sie direkt nach Hause gefahren, nach Heidenheim.


Mehr Menschen hatte es nicht gegeben. Keine nächtlichen Besucher, keine unbekannten Schatten. Die Überwachungskamera im Treppenhaus zeigte nur diese drei.


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Die Ermittler fanden das Gift rasch: ein starkes Pflanzengift, geruchlos, farblos, in geringer Dosis tödlich. Es war im Kaffee. Nicht im Zucker, nicht in der Milch – nur in der Flüssigkeit selbst. Der Becher stammte aus der Büroküche. Gespült, ordentlich.


Anna Keller wusste, wie die Kaffeemaschine funktionierte. Sie hatte sie gekauft.


Thomas Seidel wusste es nicht. Er trank nie Kaffee, wie er betonte.


Petra Lang hatte früher oft mit Martin Seidel Kaffee getrunken – „immer schwarz“, sagte sie.


Die Ermittler hörten genau hin.


Anna Keller bestätigte, dass sie am Nachmittag noch eine Kanne gekocht hatte. „Für Herrn Seidel“, sagte sie. „Er wollte länger arbeiten.“ Sie selbst habe keinen Schluck getrunken. Sie habe das Büro danach verlassen. Den Arzttermin konnte sie belegen.


Thomas Seidel erzählte von Geldsorgen, von Enttäuschung. Ja, sie hätten gestritten. Aber er sei um kurz nach fünf gegangen. „Ich hätte ihm nichts getan“, sagte er leise. „Er war trotzdem mein Vater.“


Petra Lang wirkte gefasst. Zu gefasst vielleicht. Sie schilderte den Besuch sachlich. Man habe über alte Zeiten gesprochen, über Fehler. „Es war ein ruhiges Gespräch“, sagte sie. „Versöhnlich.“ Sie habe keinen Kaffee getrunken, nur ein Glas Wasser.


Die Ermittler betrachteten den Schreibtisch. Neben dem Kaffeebecher lag ein Notizblock. Darauf, in Seidels ordentlicher Handschrift, drei Worte: *„Petra – Unterlagen morgen“*. Keine Uhrzeit. Kein Ausrufezeichen.


Im Mülleimer fanden sie den Filter der Kaffeemaschine – sauber ausgespült. Ungewöhnlich. Anna Keller hatte immer gesagt, sie spare Wasser, indem sie Filter mehrfach benutze.


Ein weiteres Detail fiel auf: Die Kaffeemaschine war auf „kleine Tasse“ eingestellt. Martin Seidel trank sonst große.


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Am Kocher lichtete sich der Nebel gegen Mittag. Die Stadt nahm ihren Alltag wieder auf. Aber im Büro in der Ulmer Straße blieb die Luft schwer.


Die Lösung lag nicht in Lautstärke oder Gesten. Sie lag in der Reihenfolge der Dinge.




Die Auflösung gibt es im kommenden Monat.

Gleich Menschen-Aalen abbonieren, dass du den Mörder nicht verpasst...

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