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Sport und Freizeit

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MAA spricht mit Marion Fromberger

Voller Energie, immer am Lachen – und unterwegs mit einer Mission für junge Menschen

Wer Marion Fromberger begegnet, versteht schnell: Diese Frau strahlt. Im Interview lacht sie fast pausenlos – ob über Musikgeschmack, Radfahren bei Minusgraden oder über ihre chaotischen Reisekisten. Sie spricht über ihren Ausgleich im Alltag, ihre große Verbundenheit zur Familie und ihr Herzensanliegen, Kinder für Bewegung und Natur zu begeistern. Ein Porträt über eine Sportlerin, die nicht nur schnell fährt, sondern Menschen inspiriert.

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Foto: Marion Fromberger, privat

Was ist ein schöner Tag für dich?

Ich bin ein absoluter Draußenmensch. Wenn die Sonne scheint, bin ich sofort gut gelaunt. Ich könnte nicht den ganzen Tag drinnen sitzen. Regen stört mich nicht – nur richtig, richtig kalte und nasseTage mag ich nicht. Wenn die Finger so kalt sind, dass man auf dem Bike kaum bremsen kann, das ist brutal.



Ab welcher Temperatur sollten Hobbyfahrer lieber nicht raus?

Das hängt vom Training ab. Minus zehn Grad und trocken finde ich völlig okay – mit guten Handschuhen. Schlimmer ist dieses nasse Null-Grad-Wetter, Nieselregen, Wind. Das geht richtig „durch“.



Du bist ein geselliger Mensch. Wie hältst du Kontakt zu Familie und Freunden, wenn du so viel unterwegs bist?

Das ist definitiv eine Herausforderung. Gleichzeitig bin ich sehr dankbar, dass wir im Team fast wie eine kleine Familie sind. Wir sehen uns oft mehr als die eigene Familie – das schweißt zusammen. Ich versuche vieles zu verbinden: Meine Schwester oder eine Freundin kommt manchmal mit zu Rennen, dann verbringen wir richtig intensive Zeit miteinander. Und sobald ich zu Hause bin, treffe ich mich mit Freunden – obwohl ich eigentlich schon wieder für den nächsten Trip packen müsste. Trotzdem ist mir das wichtig. Ich möchte neben dem Sport auch einfach Mensch sein, leben, genießen.




 Ich möchte neben dem Sport auch einfach Mensch sein, leben, genießen.




Ist das dein Ausgleich – die Zeit mit anderen?

Mein größter Ausgleich ist tatsächlich das Radfahren selbst. Wenn ich rausgehe, kann ich nachdenken, komme runter. Ich merke sofort, wenn ich gestresst bin: Eine Stunde locker Radfahren und es geht mir besser.



Das heißt, Radfahren ist dein Ausgleich zum Radfahren?

(lacht) Ja – zum stressigen Alltag. Klingt komisch, ist aber so. Der Sport selbst stresst mich nicht, eher das Drumherum: das viele Reisen, die Logistik, die riesigen Radkisten, die verschiedenen Airlines. Da kann schon mal Chaos entstehen. Aber seit ich mit Mentaltraining arbeite, gehe ich viel entspannter damit um. Ich konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann.



Was ist das Schöne für dich am Radfahren?

Das Nachdenken. Die Natur. Die Ruhe. Die Freiheit, selbst zu entscheiden, wohin man fährt. Für mich ist das etwas unglaublich Kostbares.



Du wirkst sehr fröhlich – worüber hast du zuletzt so richtig von Herzen gelacht?

Das passiert oft! Besonders mit Freunden, wenn wir alte Geschichten auspacken – von früheren Rennen, von verrückten Momenten. Da lachen wir Tränen und fragen uns, wie wir manche Dinge heute wohl anders machen würden.



Du bist ja eine moderne junge Frau – also bestimmt auch Influencerin, oder?

(lacht) Ich werde wirklich oft darauf angesprochen. Und ich möchte eigentlich auch mehr machen, aber ich verbringe ungern viel Zeit am Handy. Ich fahre lieber Fahrrad (lacht).




 Und ich möchte eigentlich auch mehr machen, aber ich verbringe ungern viel Zeit am Handy. Ich fahre lieber Fahrrad (lacht).




Trotzdem weiß ich, wie wichtig Social Media für uns Sportlerinnen geworden ist – für Sponsoren, für die Sichtbarkeit, für junge Menschen, die man erreichen kann.



Wenn du unterwegs bist: Was darf in deinem Koffer auf keinen Fall fehlen?

Da kommt jetzt das Mädchen in mir raus: mein Föhn. Ich habe sehr glatte Haare – wenn ich sie nicht föhne, sehe ich manchmal ein bisschen wild aus. (lacht) Glücksbringer habe ich auch dabei: einen kleinen Steiff-Bären und einen Glubschi, die habe ich damals zur WM von meiner Mama und meiner Schwester bekommen. Aber ich wollte nie abhängig davon werden, ob ein Rennen gut läuft oder nicht.



Wenn du an deine Kindheit denkst: Was würde die kleine Marion über dich heute sagen?

Ich glaube, sie wäre richtig stolz. Ich hatte schon früh den Traum, Mountainbike zu fahren. Und ich habe meinen Weg wirklich gefunden. Dieses Jahr – auch durch das Mentaltraining – habe ich das Gefühl, sehr bei mir angekommen zu sein. Das tut gut.



Du machst den Eindruck, dass du tatsächlich genau deinen Weg gegangen bist.

Ja, und das kann ich wirklich sagen. Dieses Jahr – gerade nach dem Schritt ins Mentaltraining – ist vieles bei mir angekommen. Ich kann mir neue Ziele setzen, etwa den Weltmeistertitel. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass ich stolz auf das sein darf, was ich jetzt schon erreicht habe. Früher habe ich das nie gesehen. Ich war immer sehr selbstkritisch, wollte ständig mehr. Jetzt kann ich innehalten, durchatmen und mir selbst einmal auf die Schulter klopfen.




Früher habe ich das nie gesehen. Ich war immer sehr selbstkritisch, wollte ständig mehr. Jetzt kann ich innehalten, durchatmen und mir selbst einmal auf die Schulter klopfen.




Das hat das Mentaltraining verändert.



Und es macht auch noch Spaß?

Mein Papa sagt immer: „Erfolg ist das Abfallprodukt von Spaß.“ Wenn man Leidenschaft für etwas hat, dann folgt der Erfolg. Das hat er mir schon als Kind mitgegeben, und das sitzt tief. Viele Menschen – gerade aus der älteren Generation – sagen zwar: „Ohne Fleiß kein Preis.“ Das stimmt ja auch. Aber ohne Freude wird dich der Weg nie erfüllen.



Es gibt ja Sportlerkarrieren, die funktionier(t)en über Härte und Qual – und am Ende sind die Menschen unglücklich.

Genau. Und das wollte ich nie. Wir hatten früher auch Trainer, die sehr streng waren. Zum Glück gab es aber auch die anderen, die uns die Freude erhalten haben. Ich glaube, mein Erfolg kommt genau daher: Kein Trainer hat es geschafft, mir den Spaß am Radfahren zu nehmen (lacht).



Welche Person hat dich am meisten geprägt?

Viele Menschen haben mich geprägt. Aber einer der größten Einflüsse war immer mein Papa. Das zieht sich wirklich durch mein Leben. Gerade jetzt, in den letzten zwei Jahren, sind wir auch mal aneinandergeraten – aus verschiedenen Gründen. Trotzdem bewundere ich ihn unendlich. Ich begreife erst heute richtig, was er für mich geopfert hat. Er hat damals sogar einen anderen Job angenommen, nur damit er am Wochenende mit mir zu den Rennen fahren konnte. Das bedeutet mir unglaublich viel.



Wie kann man sich denn vorstellen, wie du mit jemandem aneinandergerätst?

(Lacht) Das geht schon! Ich kann schon sehr bestimmt sein, wenn mich etwas trifft. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Und wenn ich mich verteidigen muss, dann mache ich das auch. Aber grundsätzlich versuche ich, Streit zu vermeiden.



Welcher Mensch hat dich besonders beeindruckt?

Im Sport auf jeden Fall Steffen (Anmerkung der Redaktion: Steffen Thum). Er ist ein unglaublich beeindruckender Mensch. Von ihm habe ich so viel gelernt. Er hat mich mit 18 bei der Weltmeisterschaft in China entdeckt. Ich war allein dort, es war wahnsinnig schwer – und er hat das gesehen. Seitdem sind wir eng verbunden. Das ganze Team ist wie eine Familie. Wir können miteinander Abendessen, ohne überhaupt über Radsport zu sprechen – und trotzdem ist es schön.



Du hast vorhin gesagt, du liest jetzt gerne. Was liest du denn?

Momentan „Die 1%-Methode“. Da geht es darum, jeden Tag ein bisschen besser zu werden. Genau das brauche ich gerade. Und dann lese ich „Jim Paradox“, da geht es um den „Affen im Kopf“. Ich lese keine Romane, sondern Bücher, die mich weiterbringen – vor allem in der mentalen Entwicklung.



Und was hörst du gerne für Musik?

Eine ganz breite Mischung! Ich habe eine Playlist, die heißt „Papa“ – lauter Songs aus den 70ern, 80ern, 90ern. Dann habe ich eine Deutschrap-Liste fürs Autofahren. Nicht den harten Rap, eher die Sachen mit guten Texten. Und ich höre viel Elektro und House – da geht’s mir einfach um den Beat. Ich kann wirklich nicht sagen, welches Genre mein Lieblingsgenre ist.



Du hörst die Texte?

Ja, absolut! Ich finde Texte oft richtig spannend – auch wenn sie gar nichts mit meinem Leben zu tun haben. Es ist wie ein Blick in eine ganz andere Welt.



Hörst du beim Radfahren ebenfalls Musik?

Ja, viel. Aber ich bin vorsichtig – auf der Straße habe ich nur einen Kopfhörer drin, im Wald am liebsten auch nur einen. Man weiß ja nie, was von wo kommt. Ich möchte meine Umgebung gut wahrnehmen und auch die Geräusche der Natur im Wald genießen.

 


Und Podcasts – sind die für dich ein Thema?

Eher weniger. Ich höre ab und zu einen, meistens spätabends beim Autofahren, weil man davon wach bleibt. Aber ich habe keinen Lieblingspodcast. Und ich höre eher etwas Lustiges als Wissenspodcasts.



Du liebst die Natur – wie wichtig sind dir Nachhaltigkeit und Umweltschutz?

Da muss ich ehrlich sein: Durch meine vielen Reisen trage ich nicht viel Positives dazu bei. Reisen ist ja grundsätzlich klimabelastend. Aber zu Hause mache ich fast alles mit dem Fahrrad – außer ich muss etwas Größeres transportieren. Gerade in meiner Heimat Bad Griesbach rühre ich das Auto kaum an. Wir wohnen zwar auf dem Land, aber ich fahre überall mit dem Rad hin. Dafür habe ich sogar ein E-Bike (lacht) – ich möchte bei wichtigen Terminen nicht komplett verschwitzt ankommen.




Dafür habe ich sogar ein E-Bike (lacht) – ich möchte bei wichtigen Terminen nicht komplett verschwitzt ankommen.




Und ja, ich schwitze schnell, das gehört als Sportlerin einfach dazu.



Ein Herzensthema von dir ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Warum liegt dir das so am Herzen?

Kinder sind ehrlich. Sie fragen direkt das, was sie denken – und das holt einen sofort ins Hier und Jetzt. Das liebe ich. Für mich persönlich war ein Vorbild entscheidend: Ich bin nur zum Radfahren gekommen, weil ich jemanden hatte, zu dem ich aufgeschaut habe. Und genau so möchte ich selbst wirken – als jemand, der Kinder und Jugendliche für etwas begeistert.

Dabei geht es mir gar nicht darum, dass sie Mountainbiker werden. Mir geht es darum, dass sie überhaupt für etwas brennen. Vor allem heute, wo Jugendliche es echt schwer haben: so viele Medien, so viel Ablenkung. Da hängen viele einfach nur drinnen fest. Deshalb möchte ich sie motivieren, rauszugehen, sich zu bewegen – egal welcher Sport.



Das klingt nach einer richtigen Mission.

Ja, absolut. Und der Weltcup in Aalen zeigt für mich, wie schön das funktionieren kann. Am Freitag ist der Schulaktionstag: vormittags dürfen die Schulen auf die Strecke, nachmittags können sich die Kinder alleine anmelden. Manche kommen sogar zweimal. Und es bringt ganze Familien zusammen – die Oma steht am Streckenrand, die Eltern schauen zu, die Kinder fahren. Obwohl es ein Spitzensport-Event ist, kann jeder Teil davon sein. Genau deshalb sind wir in der Innenstadt: damit alle unkompliziert vorbeikommen können. Und oft passiert dann etwas Wunderschönes – ein Mädchen oder ein Junge schaut zu und denkt sich: Das will ich auch mal ausprobieren. Vielleicht Mountainbike, vielleicht Fußball, vielleicht Handball. Hauptsache, sie entdecken etwas für sich.



Vielen Dank – ich finde das eine großartige Mission.

Danke dir.



Den Teil 1 des Interviwes mit Marion findest du hier.

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