
MAA spricht mit Melanie Britz, unserer neuen Redakteurin!
Mit Herz, Neugier und Blick aufs Positive: Melanie verstärkt die MenschenAalen-Redaktion
Melanie liebt Geschichten, die Mut machen. Als Mitarbeiterin der Aalener Tourist-Information begegnet sie täglich Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen. Nun bringt sie ihre Neugier, ihre Menschenkenntnis und ihre Leidenschaft fürs Schreiben in die Redaktion von MenschenAalen ein. Im Interview spricht sie über Journaling, echte Begegnungen und darüber, warum sie überzeugt ist, dass die Welt besser ist, als viele glauben.
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Bild: Melanie Britz, privat
Uns freut es sehr, dass wir mit dir eine neue Redakteurin für MenschenAalen gewinnen konnten. Was hat dich denn bewegt, mitzumachen?
Mich hat bewegt, mitzumachen, da ich dieses Online-Magazin selbst lese und die Artikel sehr inspirierend finde. Es sind wirklich positive, lokale Berichte. Diese Aktion möchte ich unterstützen. Außerdem schreibe ich gerne. Ich bin so ein kleiner Schreiberling und mag den Kontakt zu positiven Menschen.
Das passt ja perfekt zum Format unserer Zeitung. Wann hattest du denn zum ersten Mal die Idee, mitzumachen? War das durch die Anzeige in den sozialen Medien oder hattest du vorher schon einmal darüber nachgedacht?
Tatsächlich war es durch die Anzeige auf Facebook. Da habe ich gedacht: Die meinen mich, die sprechen mich an. Außerdem hatte ich bereits Kontakt zu Daniel Gröber über sein Fitnessstudio und fand ihn sehr sympathisch. Dann habe ich einfach gedacht: Komm, trau dich, und dann sehen wir weiter. Es könnte ja auch gut werden.
Es könnte ja auch gut werden.
„Es könnte auch gut werden“ – das ist ein Satz, den wir vielleicht viel öfter hören sollten. Du hast gesagt, dass du gerne schreibst. Was hast du denn bisher geschrieben? Hast du schon Erfahrungen gesammelt?
Ich mache Journaling für mich persönlich. Außerdem habe ich schon Kurzgeschichten geschrieben, allerdings nur für den privaten Bereich. Oft bin ich auch diejenige, die Festtagsreden oder Glückwunschkarten formuliert.
Journaling ist für viele ein spannendes Thema. Wie kann man sich das bei dir vorstellen?
Ich habe mir dafür ein schönes Notizbuch besorgt. Meistens schreibe ich morgens. Dann halte ich meine Gedanken zum Tag fest. Manchmal formuliere ich auch ein Motto oder ein Ziel, das ich an diesem Tag erreichen möchte. Das gibt dem Tag Struktur und eine gewisse Richtung. Für das persönliche Mindset finde ich das sehr hilfreich. Abends nutze ich das Journal ebenfalls, wenn ich nicht zu müde bin. Dann ist es eher ein Dankbarkeitstagebuch. Das sind keine langen Texte. Ich schreibe einfach auf, was gut gelaufen ist und worüber ich mich gefreut habe. So blickt man mit einem guten Gefühl auf den Tag zurück und geht dankbar schlafen.
Ich schreibe einfach auf, was gut gelaufen ist und worüber ich mich gefreut habe. So blickt man mit einem guten Gefühl auf den Tag zurück und geht dankbar schlafen.
Das klingt wunderbar. Machst du das schon lange?
Ja, bestimmt seit zwei oder drei Jahren.
Hebst du die Hefte auf?
Ja, die hebe ich auf. Früher hätte man vielleicht einfach Tagebuch dazu gesagt. Man blättert später auch mal darin und denkt: Schau mal, das hast du geschafft. Dabei merkt man oft, dass die positiven Tage überwiegen. Und am Ende des Tages fallen einem eigentlich immer drei Dinge ein, für die man dankbar sein kann.
Hast du gemerkt, dass sich durch das Schreiben etwas verändert hat?
Ja, auf jeden Fall. Im Alltag nehmen wir uns oft wenig Zeit, uns mit unseren Gedanken und unserem Inneren zu beschäftigen. Man jagt den Aufgaben hinterher. Durch das Schreiben fallen mir Dinge auf, die ich sonst leicht vergessen würde. Oft neigt man dazu, einen Tag als schlecht zu bewerten und zu denken: Ich habe nichts geschafft, ich musste nur Rechnungen bezahlen oder bin unangenehmen Menschen begegnet. Wenn man sich aber fünf Minuten Zeit nimmt und den Tag Revue passieren lässt, merkt man meistens, dass das gar nicht stimmt.
Das klingt so inspirierend, dass wir darüber eigentlich einmal ein eigenes Interview führen müssten. Schreibst du da wirklich nur für dich oder dürfen andere Menschen auch hineinschauen?
Nein, das ist wirklich nur für mich. Ich möchte nicht, dass jemand anderes hineinschaut.
Das ist ja auch ganz typisch für ein Tagebuch.
Genau. Manchmal schreibe ich morgens einfach alles auf, was mir durch den Kopf geht. Ich habe mir dafür auch einen schönen Füller gekauft. Oft stehen die Aufgaben des Tages schon vor mir, und wenn ich sie aufschreibe, bin ich bereits auf einem guten Weg, Lösungen zu finden und sie zu bewältigen.
Bei MenschenAalen geht es ja vor allem um die Geschichten anderer Menschen. Warum interessieren dich die Geschichten anderer Menschen?
Ich bin grundsätzlich ein Menschenfreund. Außerdem glaube ich, dass das Leben immer für uns ist. Ich bin schon ein bisschen in der Welt herumgekommen und habe die Erfahrung gemacht, dass 99 Prozent der Menschen um mich herum positiv sind. Daran möchte ich teilhaben und das auch sichtbar machen.
Ich bin schon ein bisschen in der Welt herumgekommen und habe die Erfahrung gemacht, dass 99 Prozent der Menschen um mich herum positiv sind. Daran möchte ich teilhaben und das auch sichtbar machen.
Die Welt ist nicht so böse, wie sie manchmal dargestellt wird, und die Menschheit auch nicht.
Das ist gerade heute eine wichtige Botschaft und passt sehr gut zu unserer Vision, das Positive sichtbar zu machen.
Genau das ist mir wichtig. In den sozialen Medien beobachte ich oft, dass anonym kritisiert oder verurteilt wird. Menschen werden in ein Licht gestellt, das ihrer Persönlichkeit gar nicht gerecht wird. Ich möchte Menschen die Chance geben, das Positive in ihrem Leben zu entdecken.
Welche Geschichten würdest du denn gerne schreiben?
Mich interessieren zum Beispiel die Geschäfte und Unternehmen in unserer Region. Ich finde es beeindruckend, dass viele kleinere Betriebe trotz aller Herausforderungen weitermachen. Durch meine Arbeit in der Tourist-Information begegne ich außerdem vielen Menschen. Je öfter ich jemanden sehe, desto mehr bemühe ich mich, nicht vorschnell zu urteilen, sondern hinter die Fassade zu schauen. Mich interessiert die Individualität jedes Einzelnen. Wir müssen nicht alle gleich sein, um gut miteinander leben zu können.
Mich interessiert die Individualität jedes Einzelnen. Wir müssen nicht alle gleich sein, um gut miteinander leben zu können.
Das klingt nach vielen spannenden Geschichten. Gibt es Themen, die dir besonders am Herzen liegen?
Ja. Ich interessiere mich sehr für Neuigkeiten in der Stadt, für neue Geschäfte und Entwicklungen. Gesundheitsthemen interessieren mich ebenfalls, besonders in Verbindung mit Spiritualität. Außerdem fasziniert mich alles, was neu entsteht und funktioniert. Der Blick auf das Funktionierende ist mir wichtig. Mich interessieren Menschen, die trotz Skepsis etwas aufbauen und Erfolg haben. Ebenso spannend finde ich soziale Projekte, Initiativen in Altenheimen oder die Unterstützung benachteiligter Menschen. Und natürlich das Ehrenamt. Es gibt so viele Menschen, die sich engagieren und wirklich einen Unterschied machen. Darüber kann man viel erzählen.
Wir stellen auch immer wieder fest, dass fast jeder Mensch eine interessante Geschichte zu erzählen hat. Viele glauben nur, dass sich niemand dafür interessiert.
Genau. Die Menschen interessieren sich sehr wohl für schöne Geschichten. Sie möchten nicht nur schlechte Nachrichten lesen.
MenschenAalen trägt den Menschen schon im Namen. Wie würdest du denn deinen Blick auf Menschen beschreiben?
Zuerst nehme ich Menschen natürlich optisch wahr. Mich interessieren unterschiedliche Stile, wie Menschen sich kleiden oder bewegen. Das ist der erste Eindruck. Aber ich wurde schon so oft überrascht. Menschen sind unglaublich facettenreich und oft viel tiefgründiger, als man zunächst denkt. Gerade die Menschen, die auf den ersten Blick eher ruhig wirken, haben manchmal besonders spannende Geschichten zu erzählen. Ich bin einfach ein Menschenfreund.
Führst du oft tiefere Gespräche mit Menschen?
Aber bei der Arbeit ergeben sich immer wieder Gespräche, in denen man einen kleinen Blick hinter die Kulissen eines Lebens bekommt. Auch mit Freundinnen entstehen solche Gespräche, besonders wenn sich Lebenssituationen verändern.
Du hast deine Arbeit schon mehrfach erwähnt. Magst du erzählen, was du beruflich machst?
Ich arbeite bei der Tourist-Information der Stadt Aalen direkt am Marktplatz. Dort berate ich Menschen, die nach Aalen kommen, zu Freizeitmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten, Stadtführungen und Ausflugszielen in der Region. Außerdem verkaufen wir Veranstaltungstickets für regionale und überregionale Events. Dabei berate ich die Kunden, die entweder ein Geschenk suchen oder selbst eine Veranstaltung besuchen möchten.
Wenn du täglich mit so vielen Menschen sprichst: Hast du durch solche Begegnungen selbst schon Inspirationen mitgenommen, die etwas in deinem Leben verändert haben?
Ja, durchaus. Wir sind in der Tourist-Information oft auch eine Art Anlaufstelle. Manche Menschen kommen einfach zum Erzählen, um Ärger loszuwerden oder einen kleinen Plausch zu halten. Im Laufe der Jahre gab es viele Gespräche, die weit über touristische Themen hinausgingen. Da ging es um persönliche Schicksale und Lebenswege. Manche Menschen begegnen einem über viele Jahre hinweg immer wieder. Man verfolgt ein Stück weit mit, wie sich ihr Leben entwickelt. Das finde ich sehr interessant.
Wie kann man sich das vorstellen?
Wir sind zentral gelegen, die Türen stehen offen, und die Menschen kommen herein. Manche suchen Souvenirs für Austauschschüler, andere interessieren sich für Ausflugstipps oder Veranstaltungen. Dann kommt man ins Gespräch. Man fragt nach Zukunftsplänen oder erfährt etwas über persönliche Interessen. Bei uns im Haus befindet sich auch das Urweltmuseum. Dort haben wir viele große und kleine Stammgäste. Einige Kinder sind begeisterte Fossilienforscher. Auch daraus entstehen wunderbare Begegnungen.
Wenn Besucher einen guten Eindruck von Aalen mitnehmen, dann hast du vermutlich oft dazu beigetragen.
Das ist tatsächlich das Ziel der Tourist-Information. Aalen soll in guter Erinnerung bleiben und Menschen dazu motivieren, wiederzukommen. Sie sollen erleben, dass es hier nette Menschen, schöne Cafés und eine lebenswerte Region gibt. Wir bekommen auch Rückmeldungen. Manchmal erhalten wir Karten oder Nachrichten mit einem Dankeschön für die Beratung oder die Ausflugstipps. Das bestärkt mich immer wieder darin, an das Gute zu glauben.
Neben deinem Hauptberuf wirst du nun auch Teil unseres Redaktionsteams. Was möchtest du dort einbringen?
Ich möchte besondere Menschen finden und ihre Geschichten erzählen. Ich wünsche mir Artikel, die Menschen ansprechen und bei denen die Leser am Ende sagen: Das war gut geschrieben, das hat mir gefallen.
Worauf freust du dich besonders?
Auf die Zusammenarbeit mit euch und vielleicht auch mit weiteren Redakteurinnen und Redakteuren. Ich wünsche mir, dass wir ein gutes Team werden, uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam etwas bewegen.
Das wünschen wir uns ebenfalls. Vielleicht noch eine letzte Frage: Wenn Menschen später einmal ein Interview von dir lesen – wie möchtest du als Journalistin wahrgenommen werden?
Ich wünsche mir, dass die Menschen denken: Das scheint eine nette Person zu sein. Sie stellt interessante Fragen und entdeckt Aspekte, die man sonst vielleicht übersehen würde. Mein Stil soll leicht verständlich sein und die Menschen erreichen. Gleichzeitig möchte ich auch Themen ansprechen, die im Alltag oft unausgesprochen bleiben. Mit Herz, Interesse und einem offenen Blick auf die Menschen.
Das klingt nach einem wunderbaren Schlusswort. Wir freuen uns sehr, dass du Teil von MenschenAalen bist und gemeinsam mit uns auf die Suche nach den positiven Geschichten unserer Region gehst. Vielen Dank für das Gespräch.
Dankeschön. Vielen Dank! Ich freue mich sehr darauf.










