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Kultur, Film & Musik

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MAA bittet um Mithilfe

Mord in Ellwangen: Wer hat den Mann im Bücherbus ermordet?

Ein Mord in Ellwangen. Drei Täter kommen in Frage. Aber wer hat Gelegenheit, Wissen und Motiv. Hilf der Kripo und ermittle den Mörder mit!

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Foto: MAA

Auflösung des Krimis vom Januar


Bevor der neue Krimi von der Ostalb auf seine Auflösung wartet, hier erst einmal die Auflösung unseres Krimis vom Januar:


Der Täter ist Petra Lang.


Ein Unfall oder Suizid sind ausgeschlossen, da das Gift gezielt in den Kaffee gegeben wurde und Martin Seidel keine Anzeichen einer Selbsttötung zeigte. Eine unbekannte dritte Person kommt nicht infrage, da ausschließlich Anna Keller, Thomas Seidel und Petra Lang nachweislich Zugang hatten.


Anna Keller scheidet aus: Sie bereitete den Kaffee am Nachmittag zu, verließ das Büro danach nachweislich und hatte keinen Zugang mehr. Wäre das Gift bereits im Kaffee gewesen, hätte Martin Seidel früher Symptome gezeigt. Zudem hätte Anna Keller keinen Grund gehabt, den Filter auszuspülen – das widerspricht ihrer Gewohnheit.


Thomas Seidel scheidet aus: Er verließ das Büro vor der Tatzeit, trank keinen Kaffee und wusste nicht, wie die Maschine zu bedienen ist. Es gibt keinen Hinweis, dass er nach seinem Weggang zurückkehrte.


Petra Lang hingegen war die letzte Besucherin. Sie wusste aus früherer Zusammenarbeit genau, wie Seidel seinen Kaffee trank. Dass die Maschine auf „kleine Tasse“ eingestellt war, zeigt: Der Kaffee wurde nach Annas Weggang neu zubereitet. Petra Lang behauptete, keinen Kaffee getrunken zu haben – doch nur so konnte sie sicher sein, das Gift selbst nicht aufzunehmen. Sie spülte den Filter aus, um Spuren zu beseitigen, und stellte die Maschine unauffällig zurück.


Ihr Motiv lag in der Vergangenheit: dem gescheiterten Projekt und dem verschwundenen Geld. Das ruhige Gespräch war kein Zeichen von Versöhnung, sondern von Entschlossenheit.


Nur Petra Lang hatte Gelegenheit, Kenntnis und Motiv. Damit ist sie die einzige logisch mögliche Täterin.





Der neue Fall:

„Der Schlüssel im Bücherbus“



Als der Bücherbus an diesem Mittwochabend zum letzten Mal für den Tag in der Altstadt von Ellwangen hielt, war der Platz fast leer. Ein paar Radfahrer rollten Richtung Jagst, eine ältere Dame schob ihren Einkaufstrolley über das Kopfsteinpflaster. Der Bus stand wie immer am Rand, unauffällig, ein mobiles Regal aus Papier und Ordnung.


Innen roch es nach Karton, Staub, Leim. Karl-Heinz Maurer, 63, der seit Jahren ehrenamtlich aushalf, war allein im Bus. Er hatte die Tür zum Publikum bereits geschlossen, die Kasse gezählt, die Leihkarten sortiert. Gegen 19.10 Uhr, so ergab es später die Auswertung des Bordcomputers, wurde der Motor abgestellt. Um 19.52 Uhr fand man ihn – tot, auf dem Boden zwischen den Regalen, als hätte er nach einem Buch greifen wollen und sei dabei zusammengesackt.


Es gab keine Spuren von Gewalt, keine Unordnung, kein Kampf. Maurer trug seine Brille, seine Jacke hing ordentlich an der Garderobe, die Mütze lag auf dem Tresen. Das Fenster war einen Spalt offen, die Luft kühl. Der erste Streifenwagen notierte: „Vermutlich Kreislauf.“


Die Obduktion am nächsten Tag machte aus „vermutlich“ ein „sicher nicht“. Maurer war vergiftet worden. Ein seltenes, geruchloses Mittel, das in sehr kleiner Menge tödlich wirkt, wenn es in den Körper gelangt – nicht über die Haut, sondern über den Mund: durch Trinken, Lutschen, Ablecken, etwas, das man achtlos tut.


Ein Unfall war damit ausgeschlossen. Ebenso Suizid: Maurer hatte weder Zugang zu dem Stoff noch Anzeichen, sich töten zu wollen. Auch eine unbekannte dritte Person schied aus. Der Bus war in den letzten Stunden nicht von Fremden betreten worden; der Bordcomputer, die Schließanlage und zwei unabhängige Zeugen bestätigten: Zwischen 19.10 Uhr und 19.52 Uhr waren nur drei Menschen am Bus – und Maurer selbst.


Die Polizei definierte den Täterkreis auf genau diese drei.



Drei Menschen, drei Gründe



Maren Klotz, 49, Leiterin der Stadtbibliothek, verantwortlich für den Bücherbus. Ein sachlicher Mensch, freundlich, aber streng. Es war bekannt, dass sie Maurer schätzte, zugleich aber zunehmend genervt war: Er mischte sich in Abläufe ein, sprach mit Spendern „im eigenen Namen“, und vor allem: Er hatte begonnen, Fragen zu stellen. Zu Rechnungen. Zu einer Förderzusage. Zu einem Posten, der in den Unterlagen nicht sauber erklärt war.


Tobias Reutter, 38, Fahrer des Bücherbusses, bei der Stadt angestellt. Er kannte Maurer gut; die beiden scherzten oft, stritten aber zuletzt häufiger. Reutter hatte Schulden. Das war kein Geheimnis mehr, seit ein Mahnbescheid versehentlich in der Bibliothek geöffnet worden war. Maurer hatte ihn darauf angesprochen, nicht vorwurfsvoll, eher väterlich. Reutter reagierte gereizt – und vor allem: Er hatte Maurer am Nachmittag in der Stadtbankfiliale gesehen. Reutter sagte später, das sei Zufall gewesen.


Hanna Seidel, 56, Vorsitzende des Fördervereins „Lesen in Ellwangen“, die wichtigste ehrenamtliche Unterstützerin. Sie war warmherzig, verbindlich, eine Frau, die Dinge zum Laufen brachte. Doch auch sie hatte in den letzten Wochen Grund zur Anspannung gehabt: Maurer hatte angekündigt, bei der nächsten Sitzung „über Transparenz“ sprechen zu wollen. Hanna Seidel hatte daraufhin gesagt, das sei „unnötig aufwühlend“.


Alle drei hatten am Todestag Kontakt mit Maurer – und alle drei hatten in den letzten Tagen Anlass gehabt, ihn als Störfaktor zu empfinden.



Der Tag, der nichts Besonderes sein wollte



Der Mittwoch begann wie viele. Am Vormittag war Maurer in der Bibliothek gewesen, um Rückgaben zu sortieren. Um 12.15 Uhr trank er mit Maren Klotz im Mitarbeiterraum Kaffee. Es war ein kurzes Gespräch, ein Protokollpunkt, ein Hinweis auf den Abend: „Karl-Heinz, denk bitte daran, den Bus nach der Rückkehr sofort abzuschließen. Wir hatten neulich diese Sache mit der offenen Tür.“ Maurer nickte und sagte, er wisse das.


Gegen 15 Uhr fuhr Tobias Reutter den Bücherbus aus der Garage. Maurer war dabei. Hanna Seidel kam später dazu, am späten Nachmittag, weil sie in Neunheim eine kleine Spendenübergabe organisiert hatte. Sie stieg um 16.40 Uhr zu, brachte eine Papiertüte mit Gebäck vom Bäcker mit und eine Thermoskanne. „Für euch“, sagte sie. „Ihr seid ja den ganzen Tag unterwegs.“


Der Bus machte seine üblichen Haltepunkte: Rindelbach, Schrezheim, Neunheim, dann zurück Richtung Innenstadt. Mehrere Zeugen bestätigten, dass gegen 18.30 Uhr noch Kinder im Bus standen und Bücher ausliehen. Maurer half beim Stempeln, Reutter bediente die Tür, Hanna Seidel sprach mit einer Mutter über eine Vereinsmitgliedschaft.


Um 19.00 Uhr war der letzte Halt in der Altstadt. Danach sollte der Bus in die Garage zurück.


Hier beginnt der Teil, der später so sauber rekonstruiert wurde, dass er gleichzeitig beunruhigend und banal wirkt:


  • 19.05 Uhr: Hanna Seidel verließ den Bus. Sie verabschiedete sich, stellte die leere Thermoskanne auf den Tresen und sagte, sie müsse „noch schnell“ zur Kirche, weil sie dort den Schlüssel für den Gemeindesaal abgeben wolle. Eine Passantin sah sie in Richtung Basilika gehen.

  • 19.10 Uhr: Tobias Reutter schloss außen die Tür, stellte den Motor ab, nahm seine Jacke und sagte, er müsse „noch zum Parkautomaten“, weil er sonst ein Knöllchen bekomme. Er ging weg, wurde später von einem Gastronom am Ende der Gasse gesehen.

  • 19.12 Uhr: Karl-Heinz Maurer war allein im Bus. Das ist der letzte Zeitpunkt, an dem er sicher lebte.



Als man ihn 40 Minuten später fand, war die Tür verschlossen, die Schlüssel waren nicht im Schloss. Sie lagen – auffällig ordentlich – auf dem Tresen neben Maurers Mütze.



Was gefunden wurde – und was nicht



Die Polizei fand keine verdächtigen Fläschchen, keine Tabletten, keine Spritze. Der Bus war sauber. Zu sauber, sagte einer der Beamten später, aber das konnte auch Maurers Pedanterie sein.


Es gab jedoch drei Gegenstände, die für die Ermittlungen wichtig wurden:


  1. Ein Plastikbecher mit einem dünnen Rest Kaffee, auf dem Tresen. Unklar, von wem er war. Es war nicht die Thermoskanne, aus der man ihn gegossen hatte. Die Kanne war leer und stand daneben.

  2. Ein kleiner Umschlag mit Bargeld – Spenden aus Neunheim –, ebenfalls auf dem Tresen, nicht im verschlossenen Kassenfach. Maurer war bekannt dafür, das Geld sofort wegzuschließen.

  3. Ein Schlüsselbund, der nicht zu Maurer gehörte, sondern zum Bücherbus. Er lag dort, wo er nicht liegen sollte: griffbereit. Normalerweise trug ihn Reutter am Gürtel.



Keiner dieser Punkte war allein beweiskräftig. Alles konnte Zufall sein, Routine, Unachtsamkeit.


Auch die Motive blieben offen. Maren Klotz hatte Druck wegen der Finanzen. Tobias Reutter wegen Geld. Hanna Seidel wegen Einfluss und Ansehen – Förderverein, Spenden, Kontrolle. Jeder konnte Maurer loswerden wollen, bevor er „über Transparenz“ sprach.


Und: Jeder hatte Gelegenheit.


Maren Klotz war zwar nicht am Abend im Bus, aber sie hatte am Mittag Zugriff auf das Geschirr im Mitarbeiterraum, auf Unterlagen, auf Maurers Tasche, auf Dinge, die er später mitnahm. Tobias Reutter hatte den Schlüsselbund, die Tür, die Getränke. Hanna Seidel brachte Gebäck und Thermoskanne – und bewegte sich selbstverständlich im Bus, ohne dass es auffiel.


Der Gerichtsmediziner legte sich fest: Das Gift war über den Mund aufgenommen worden, wahrscheinlich zwischen 18.30 Uhr und 19.30 Uhr. Es wirkte nicht sofort, aber auch nicht erst nach Stunden.


Mehr sagte er nicht. Mehr konnte er nicht sagen.


Die Ermittler verhörten die drei.


Maren Klotz blieb kühl. „Ich war nicht dort“, sagte sie. „Und ich habe nichts zu verbergen. Maurer war schwierig, ja. Aber ich wollte ihn nicht tot.“ Sie erwähnte beiläufig, dass Maurer am Mittag in ihrem Büro gewesen sei und „eine Liste“ habe kopieren wollen.


Tobias Reutter wirkte nervös und verärgert. „Jeder hat Schulden“, sagte er. „Und nur weil ich welche hab, bring ich doch keinen um.“ Er betonte, er sei um 19.10 Uhr wirklich nur kurz weg gewesen. „Fünf Minuten, höchstens.“


Hanna Seidel wurde still, als man sie auf Maurers angekündigte Transparenzrede ansprach. „Karl-Heinz war… sehr überzeugt von sich“, sagte sie. „Er hat Dinge vermutet, ohne Beweise.“ Dann fügte sie hinzu: „Ich habe ihm Gebäck gebracht. Wer wollte, könnte da alles reinmischen. Das ist doch absurd.“


Am Ende dieses ersten Tages standen die Ermittler an derselben Stelle wie am Anfang – nur mit einem toten Mann mehr und drei lebenden Menschen, die alle plausibel wirkten. Der Fall war offen. So offen, dass man in Ellwangen bald Sätze hörte wie: „Jeder könnte es gewesen sein.“


Und genau so blieb es.



Und? Hast du den Täter ermittelt?

Die Auflösung findest du in der kommenden Ausgabe.

Das du die Aufösung nicht verpasst: gleich Menschen-Aalen kostenlos abbonieren!

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