
MAA spricht mit Elena Nossol
Zwischen Kratzbaum und Katzenleine: Ein Zuhause für zwei Stubentiger
Viel Platz, klare Entscheidungen und ein liebevoll gestalteter Alltag: so leben zwei Katzen sicher und zufrieden – und bringen gleichzeitig das Leben ihrer Halter auf trapp. Elena Nossol berichtet von ihren Hauskatzen, die eigentlich Kater sind.
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Bild: Elena Nossol, privat
Elena, wir wollen ja heute über Katzen miteinander reden. Aber sag uns: Wer bist du überhaupt und was machst du?
Ich bin Elena, 28 Jahre alt, lebe mit meinem Ehemann in Abtsgmünd-Wöllstein, arbeite bei der RÖWAPLAN AG in Abtsgmünd und habe zwei Katzen.
Was ist für dich „zu Hause“?
Zu Hause ist für mich der Ort, den ich mit meinem Mann und unseren zwei Katzen teile. Sie tragen viel dazu bei, dass es sich wirklich wie ein Zuhause anfühlt. Man kommt gerne heim, es ist ein Rückzugsort, ein Safe Space, den man sich gemeinsam geschaffen hat.
Wie kann man sich dein Zuhause vorstellen?
Wir haben ein Haus gebaut, mit Garage, Keller und zwei Stockwerken – ganz klassisch, wie man es oft im deutschen Mittelstand sieht.

Bild: Elena Nossol, privat
War es denn noch kein Zuhause, bevor die Katzen da waren?
Die Katzen waren tatsächlich nur drei Wochen nicht da. Wir sind Mitte Juni 2023 eingezogen, und drei Wochen später sind die beiden bei uns eingezogen. Insofern waren sie von Anfang an ein Teil unseres neuen Zuhauses.
Hast du vorher ohne Katzen gelebt?
Ja, ausschließlich. Ich hatte immer andere Haustiere. Als Kind wollte ich – ganz klassisch – ein Kaninchen oder einen Hasen. Mein erstes Haustier waren dann zwei Wellensittiche, die ich zur Kommunion von meinem Onkel bekommen habe. Die waren schön anzusehen, aber als Kind möchte man natürlich auch ein Tier zum Kuscheln. Meine Eltern wollten damals keine Tiere im Haus, vor allem wegen der Haare – das ist übrigens bis heute ein Thema. Stattdessen bekam ich Hamster, und die hatte ich über viele Jahre hinweg. Leider haben sie keine besonders hohe Lebenserwartung, sodass ich immer wieder Abschied nehmen musste. Kaum war ich dann von zu Hause ausgezogen, haben sich meine Eltern eine Katze angeschafft. Da war für mich relativ schnell klar: Wenn wir einmal ein eigenes Zuhause haben, unabhängig von Vermietern oder Mitbewohnern, möchte ich auch eine Katze. Mein Mann hat gesagt: „Wenn, dann zwei – oder gar keine.“ Und so ist es gekommen.
Wie sind eure Katzen zu euch gekommen?
Zuerst haben wir bei der Person angefragt, von der meine Mutter ihren Kater hat. Dort gab es aber gerade keine Kätzchen. Eigentlich wollten wir ohnehin erst im Herbst Katzen holen, um selbst erst einmal anzukommen. Dann haben wir aber einen anderen Kontakt bekommen. Uns wurde gesagt, dass dort gerade die gewünschte Rasse vor einigen Wochen geboren wurde. Ich hatte dann Ende Juni ein Telefonat – freitagabends – und zwei Tage später, am Sonntag, konnten wir schon vorbeikommen. Uns wurde angeboten: Wenn alles passt, können wir die Katzen direkt mitnehmen. So kam es, dass wir innerhalb von zwei Tagen entschieden haben, zwei Kater aufzunehmen. Entsprechend schnell mussten wir alles vorbereiten.
Wie war dieser erste Moment, als die Katzen bei euch ankamen?
Das war unglaublich süß. Es waren auch andere da – mein Bruder und Nachbarskinder, alle wollten die kleinen Katzen sehen. Wir hatten sie aus Tauberbischofsheim geholt und waren eine Weile unterwegs. Auf der Heimfahrt hatten wir kurz Angst, eine der Katzen sei gestorben, weil sie sich gar nicht bewegt hat – sie hat aber einfach nur tief und fest geschlafen. Zu Hause haben wir sie vorsichtig aus der Transportbox gelassen. Ich hatte ein bisschen Sorge, weil sie noch so klein waren und ich wusste, dass junge Katzen häufig fressen müssen. Deshalb haben wir gleich Futter bereitgestellt – und tatsächlich: Sie haben sofort gefressen. Danach haben sie ihre neue Umgebung erkundet, wir haben ihnen das Katzenklo gezeigt, und dann wurde gespielt. Irgendwann sind sie mitten im Spielen eingeschlafen. Das war ihr erster Tag bei uns.
Haben die beiden Namen bekommen?
Ja, wir haben zwei Kater: Milo und Cookie.
Gibt es bei Katzennamen eigentlich Vorgaben?
Nein, da ist man ziemlich frei. Es kommt eher darauf an, woher die Katzen kommen. Eine ältere Katze aus dem Tierheim oder bei einer Übernahme würde ich persönlich nicht mehr „umbenennen“ – die ist es ja über lange Zeit gewöhnt. Bei kleinen jungen Kätzchen kann man das schon eher tun. Gerade Katzen vom Züchter werden eigentlich immer umbenannt. Bei Katzen aus Tierheimen oder der Tierrettung kann man das ja auch individuell entscheiden – oft hat jede Katze ihren Namen und ich würde das persönlich abhängig davon machen, ob die Katze auf ihren Namen hört und ob er mir gefällt.
Sagt ihr eigentlich Katze oder Kater?
Im Alltag sage ich meistens einfach „die Katzen“, obwohl es natürlich zwei Kater sind. Für mich ist das eher die Bezeichnung der Tierart.
Sind Milo und Cookie unterschiedlich?
Ja, total – sowohl optisch als auch vom Charakter her. Wir haben einen Siam-Birma-Mix. Einer ist langhaarig, der andere kurzhaarig. Das war auch bewusst so gewählt: Ich wollte nicht zweimal die gleiche Fellart, weil ich dachte Langhaar-Katzen haaren extremer – es hat sich herausgestellt, dass der kurzhaarige Kater Milo deutlich mehr haart. Unser Kurzhaarkater ist sehr stark vom Siam-Typ geprägt. Er ist extrem menschenbezogen, sehr kommunikativ und folgt einem überall hin. Ich sage immer, das ist wie ein Hund, der einem ständig hinterherläuft. Egal, wo man ist – er ist immer dabei. Wir haben auch schon überlegt, ihn „Shadow“ zu nennen, weil er wirklich wie ein Schatten ist.
Und wie ist der andere Kater?
Der andere ist optisch ein typischer Birma-Kater. Er hat diese weißen Pfötchen, längeres Fell und ist einfach super süß. Vom Wesen her ist er deutlich gemütlicher. Man sieht es ihm auch an – er ist ein bisschen kräftiger als der andere. Siamkatzen sind ja eher schlank. Er kommt ganz nach seinem Papa, der ebenfalls ein Birma-Kater war. Er braucht nicht so viel Aufmerksamkeit, sondern ist eher entspannt. Wenn er Zuneigung möchte, schmeichelt er sich ein, wälzt sich hin und her und fordert Kuscheleinheiten ein. Insgesamt ist er aber deutlich weniger aktiv als die Siamkatze Milo.
Kommen die beiden gut miteinander klar?
Ja, sie kommen gut miteinander aus. Jeder, der mehrere Katzen hat, weiß, dass sie sich auch mal miteinander raufen. Ich habe mal gelesen, dass es unter Katern angeblich keine Hierarchiekämpfe gibt – da bin ich mir aber nicht ganz sicher. Bei uns würde ich sagen, man merkt schon, wer das „Alpha-Männchen“ ist: das ist Milo, der aktivere von beiden. Trotzdem setzen sich beide auch gegenseitig Grenzen. Man kann das gut beobachten: Wenn sie kämpfen wollen, dann tun sie das auch. Sie rennen durchs Haus, spielen kämpferisch, greifen sich an und beißen sich – aber immer spielerisch. Es ist noch nie ernsthaft etwas passiert, auch wenn mal Fell fliegt. Danach kommt oft der Moment, in dem sie sich gegenseitig putzen und abschlecken. Das zeigt auch, warum man Katzen möglichst nicht allein halten sollte. Aus diesem Putzen entsteht dann häufig wieder eine kleine Rauferei, die von beiden Seiten ausgeht. Wenn einer keine Lust hat, zeigt er das aber auch deutlich – dann kommt die Pfote auf den Kopf des anderen, nach dem Motto: „Lass mich in Ruhe.“
Sind eure Katzen noch jung oder schon erwachsen?
Sie sind inzwischen erwachsen und drei Jahre alt. Umgerechnet entspricht das ungefähr Ende Zwanzig beim Menschen.
Und haben sie trotzdem noch Spaß am Raufen?
Ja, absolut. Und ich glaube auch, dass das so bleibt. Katzen sind ja ursprünglich Jagdtiere, da gehört dieses Verhalten einfach dazu. Ich finde das auch schön – so ist immer ein bisschen Leben im Haus.
Glaubst du, dass Katzen ihre Menschen verstehen?
Ja, zumindest teilweise. Ich denke, sie reagieren auf bestimmte Wörter oder Klangmuster. Auf ihre Namen reagieren beide ganz klar – und auch jeweils nur auf ihren eigenen Namen. Es gibt Theorien, dass Katzen Namen mit einem „i“ besser hören oder schneller erkennen. Bei Milo ist es so: Wenn ich ihn rufe, egal wo er im Haus ist, steht er sofort da. Beim Cookie funktioniert besonders gut das Wort „Essen“. Wenn ich „Cookie, Essen“ sage, steht er sofort in der Küche vor seinem Napf und macht sich bemerkbar. Das klappt immer.
Haben Katzen besondere Fähigkeiten, die sie von Menschen unterscheiden?
Ich glaube, sie haben ein sehr feines Gespür – vielleicht so etwas wie eine Art Empathie. Unsere Katzen sind überhaupt nicht schreckhaft und sehr menschenbezogen. Wenn es klingelt, stehen sie normalerweise direkt an der Tür. Wenn sie aber mal nicht hingehen, dann bin ich mir in den meisten Fällen ziemlich sicher, dass mir die Person, die vor der Tür steht, auch nicht sympathisch ist. Außerdem sind Katzen extrem gut in der Orientierung. Mit ihren Schnurrhaaren – im Gesicht, über den Augen und sogar an den Pfoten – nehmen sie ihre Umgebung sehr genau wahr.
Wie hat sich euer Alltag mit den Katzen verändert?
Der Alltag ist definitiv anders geworden. Man hat mehr Verantwortung, und das sollte jedem bewusst sein, der sich Tiere anschafft. Für uns ist es so: Wir haben derzeit keine eigenen Kinder, und im Moment sind die Katzen unsere Verantwortung. Gerade bei den Kätzchen war es uns wichtig, dass sie regelmäßig frisches Futter bekommen und gut versorgt sind. Das bedeutet auch, dass möglichst immer jemand zu Hause sein musste. Da spielt natürlich auch der Job eine Rolle – ob man zum Beispiel im Homeoffice arbeiten kann. Urlaub allein reicht da nicht aus, weil die intensive Betreuung länger nötig ist. Bis etwa zum ersten Lebensjahr sagt man ja, dass Katzen so viel fressen dürfen, wie sie möchten. Danach kann man das etwas regulieren. Unser Alltag beginnt heute ganz anders als früher. Früher: aufstehen, fertig machen, aus dem Haus. Heute: aufstehen, erst mal Zeit für die Katzen nehmen. Milo schläft bei mir im Bett auf seiner Decke. Wenn der Wecker klingelt, kommt er sofort, legt sich zu mir und will erst einmal kuscheln. Cookie schläft meist im Kleiderschrank – zu ihm muss ich dann gehen, wenn er nicht von selbst kommt. Dann bekommen beide frisches Futter und Wasser, und bevor wir das Haus verlassen, wird auch noch das Katzenklo gereinigt. Bei Milo kommt noch dazu, dass er morgens, mittags und abends Medikamente braucht – das gehört inzwischen auch zur täglichen Routine. Es dann immer sehr schön: Sobald ich nach Hause komme und sie das Garagentor hören, stehen sie schon im Eingangsbereich und warten. Sie richten sich richtig an der Tür auf, und man hört sie schon rufen. Dann beschäftigen wir uns aktiv mit ihnen, spielen mit ihnen. Das gehört einfach dazu. Abends gibt es dann wieder Futter, das Katzenklo wird gemacht, und Milo bekommt seine Medikamente. Die beiden haben auch ihre feste Routine: Gegen halb zehn wollen sie ins Bett, weil das unsere Zeit ist. Dann stehen sie vor der Treppe und warten, bis wir gemeinsam nach oben gehen.
Das klingt wirklich sehr witzig. Was würden denn die Katzen sagen, wenn sie reden könnten – wie es ihnen bei euch geht?
Ich glaube, ihnen geht es sehr gut. Wahrscheinlich werden sie auch ein bisschen verwöhnt. Wir haben neben unserer Arbeit keine weiteren Verpflichtungen und können uns daher sehr intensiv um die Tiere kümmern. Im Alltag bekommen sie alles, was sie brauchen: beste medizinische Versorgung, sie sind versichert, und wenn auch nur eine Kleinigkeit ist, gehen wir sofort zum Tierarzt. Sie werden regelmäßig geimpft und entwurmt, bekommen hochwertige Medikamente und gutes Futter. Frisches Wasser steht immer bereit. Auch wenn wir im Urlaub sind, sorgen wir dafür, dass Freunde oder Familie bei uns einziehen, damit die Katzen nicht allein sind und ihre gewohnte Umgebung behalten. Ich denke, das ist nicht selbstverständlich. Viele können das so nicht leisten. Für uns ist es wichtig, und wir haben die Möglichkeit dazu.
Das klingt, als würdet ihr den Katzen sehr viel Liebe schenken. Wie ist das andersherum – wie wichtig sind die Katzen für euch emotional?
Das sind wie unsere Kinder. Wenn es ihnen nicht gut geht, geht es uns auch nicht gut. Es gab schon Situationen, in denen eine der Katzen plötzlich krank war. Katzen können ja manchmal etwas fressen, ohne dass man es merkt. Einmal hat einer unserer Kater morgens plötzlich unkontrolliert erbrochen, ganz untypisch. Da gab es keine Diskussion: Ich wurde sofort von der Arbeit angerufen, bin nach Hause gefahren, und wir sind direkt zum Tierarzt. Da wird alles stehen und liegen gelassen. Auch bei Milo hatten wir eine längere Krankheitsgeschichte, bei der lange unklar war, was ihm fehlt. Da fährt man von Arzt zu Klinik, auch mal bis nach Dinkelsbühl, telefoniert viel, nimmt sich Urlaub, um Termine wahrzunehmen, und ist jederzeit erreichbar, wenn die Tierärzte sich melden. Unser Alltag richtet sich im Grunde nach den Katzen. Das ist für uns ganz normal geworden.
Und was geben euch die Katzen für all diese Liebe zurück?
Sehr viel. Ich habe einmal zu meinem Mann gesagt: Katzen mögen dich einfach um deines Charakters willen – so wie du zu ihnen bist. Ihr Vertrauen muss man sich erarbeiten, das ist anders als bei Hunden. Hunde wollen dem Menschen oft gefallen, bei Katzen ist das nicht selbstverständlich. Aber unsere beiden sind sehr auf uns fixiert und wollen am liebsten immer in unserer Nähe sein. Sie haben ihre Eigenarten. Wenn ich Klavier spiele, kommt einer der Kater mit hoch, legt sich auf das Klavier und ist einfach dabei. Sie sind wie kleine Kinder mit vier Pfoten, die nicht sprechen können, aber sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit schenken – und natürlich auch einfach süß sind.
Wenn man dir so zuhört, klingen eure Katzen fast ein bisschen wie Hunde.
Das sagen wir auch manchmal. Wir haben oft das Gefühl, Milo ist im falschen Körper geboren. Er apportiert nämlich: Man wirft einen Ball, er rennt los, holt ihn und bringt ihn zurück, damit man ihn wieder wirft. Selbst im Bett geht das so – man hört den Ball auf den Boden fallen, dann kommt die Katze, bringt ihn ins Bett, und das Spiel geht weiter. Wir gehen auch tatsächlich mit ihnen an der Leine nach draußen. Ungesichert dürfen sie nicht raus. An der Leine genießen sie es aber sehr, mit uns draußen zu sein, zum Beispiel auf der Terrasse.
Warum dürfen sie nicht frei nach draußen? Würden sie das nicht schaffen?
Ich glaube, grundsätzlich würde jede Katze das schaffen. Aber ich möchte es aus verschiedenen Gründen nicht – sowohl für die Katzen als auch für mein eigenes Sicherheitsgefühl. Freigängerkatzen kann man nicht kontrollieren.
Es kann zu Problemen in der Nachbarschaft kommen, wenn sie irgendwo ihr Geschäft verrichten oder Beute wie Vögel oder Mäuse nach Hause bringen.
Es kann zu Problemen in der Nachbarschaft kommen, wenn sie irgendwo ihr Geschäft verrichten oder Beute wie Vögel oder Mäuse nach Hause bringen. Das sind Dinge, die ich nicht möchte. Außerdem gibt es leider Menschen, die Tiere quälen. Katzen können verletzt, vergiftet oder mit Ködern angelockt werden. Gerade im ländlichen Raum hört man davon immer wieder. Diese Risiken möchten wir vermeiden. Unsere Katzen haben dafür sehr viel Platz im Haus – rund 220 Quadratmeter – und dürfen sich frei bewegen. Und wir haben Rassekatzen: Sie waren zum einen teuer, zum anderen sind sie sehr auffällig schön. Auch deshalb besteht die Gefahr, dass sie einfach mitgenommen werden. All das zusammen hat uns dazu bewogen, sie nur gesichert nach draußen zu lassen. Unsere Katzen kennen es aber auch nicht anders – sie waren immer Wohnungskatzen. Im Frühling und Sommer dürfen sie mit uns raus, an der Leine. So haben sie eine gute Mischung, sind geschützt und können trotzdem etwas draußen erleben. Das Risiko für Krankheiten oder Verletzungen ist dadurch deutlich geringer.
Ihr habt gesagt, es sind Rassekatzen – wie sieht das finanziell aus, von der Anschaffung bis zum Alltag?
Das ist sehr unterschiedlich. Wenn man eine Katze aus dem Tierheim holt, zahlt man meist eine Schutzgebühr zwischen 50 und 200 Euro – je nach Alter und Gesundheitszustand. Bei seriösen Züchtern liegt der Preis für eine Birma-Katze etwa zwischen 1.300 und 2.000 Euro. Unsere Katzen haben wir damals von einem Vermehrer gekauft, weil wir es nicht besser wussten – da lagen die Kosten bei etwa 600 Euro pro Katze, was eigentlich auch schon viel ist für diese Bedingungen. Dazu kommt die komplette Ausstattung: Katzenklo, Streu, Näpfe, Kratzmöbel. Wir haben sehr viel davon – Kratzbäume auf jeder Etage, teilweise mehrere, eine Kletterwand im Keller und sogar ein Katzenlaufrad.
Insgesamt lagen wir bei der Erstausstattung inklusive Futter ungefähr zwischen 2.000 und 4.000 Euro.
Insgesamt lagen wir bei der Erstausstattung inklusive Futter ungefähr zwischen 2.000 und 4.000 Euro. Beim Futter sollte man auf Qualität achten, gerade im jungen Alter. Das wirkt erstmal teuer, ist aber langfristig oft besser für die Gesundheit. In der Anfangszeit hatten wir Futterkosten von etwa 8 Euro pro Katze am Tag – sie haben damals bis zu 800 Gramm täglich gefressen. Heute ist es deutlich weniger. Insgesamt liegen wir bei etwa 150 Euro im Monat für Futter und Streu. Zusätzlich haben wir beide Katzen versichert. Uns war wichtig, nie vor der Entscheidung zu stehen, ob wir eine teure Operation machen lassen oder nicht. Die Versicherung kostet uns rund 100 Euro im Monat für beide Katzen. Insgesamt kommen wir also auf etwa 250 Euro monatliche Kosten. Das sollte man realistisch einplanen.
Was war das Lustigste, das ihr mit euren Katzen erlebt habt?
Unsere Katzen sind eigentlich reine Hauskatzen und dürfen nicht ungesichert raus. Vor etwa eineinhalb Jahren habe ich morgens gelüftet und übersehen, dass ein Fenster im Gästezimmer offen stand – dort hatten wir damals noch kein Fliegengitter. Während ich im Homeoffice war, habe ich plötzlich leises Miauen gehört. Ich konnte es nicht zuordnen und bin nachsehen gegangen. Dann habe ich gemerkt, dass das Fenster offen war. Beide Katzen waren hinausgesprungen – in den Garten, der damals noch voller Matsch war. Eine saß unten und hat laut miaut, die andere ist einfach hinterhergesprungen. Über unsere Kamera konnten wir später sehen, wie die erste runtergesprungen ist und die zweite dachte: „Das ist wohl eine gute Idee.“ Zum Glück sind sie nicht weit gelaufen. Aber sie wieder reinzuholen, komplett verdreckt mit ihren weißen Pfoten, war eine Aktion. Am Ende landeten sie in der Badewanne – was sie erstaunlich gut mitgemacht haben.
Was war anders, als ihr es euch vorher vorgestellt habt?
Ich habe den Aufwand am Anfang unterschätzt – und auch, wie sehr sich das eigene Leben verändert. Früher konnte man einfach machen, was man wollte. Heute weiß ich: Um 18 Uhr sollte jemand zu Hause sein, um die Katzen zu füttern. Und ehrlich gesagt möchte ich oft auch gar nicht weg, weil ich lieber bei ihnen bin. Gerade am Anfang war es anstrengend.
Junge Katzen haben keinen Tag-Nacht-Rhythmus – ähnlich wie Babys. Die ersten Nächte haben wir teilweise nur drei Stunden geschlafen.
Junge Katzen haben keinen Tag-Nacht-Rhythmus – ähnlich wie Babys. Die ersten Nächte haben wir teilweise nur drei Stunden geschlafen. Türen schließen hilft nur bedingt, wenn eine Katze Türen öffnen kann und sonst dagegen poltert. Mittlerweile hat sich das eingespielt, aber die Anfangszeit war definitiv herausfordernd.
War es für euch eine bewusste Entscheidung für Katzen statt Hund?
Nicht unbedingt. Mein Mann hätte auch gerne einen Hund. Ich habe es aber realistischer eingeschätzt: Ein Hund nimmt im Alltag deutlich mehr Zeit ein. Ein Hund muss mehrmals täglich raus, braucht Betreuung im Urlaub und ist insgesamt stärker in den Tagesablauf eingebunden. Eine Katze ist da flexibler. Man kann sie auch mal zu Hause lassen – natürlich abhängig vom Charakter. Ich würde sagen: Katzen sind weniger betreuungsintensiv. Sie sind nicht komplett selbstständig, aber vieles regeln sie selbst. Sie gehen aufs Katzenklo, und ich reinige es regelmäßig. Beim Hund muss ich aktiv Zeit einplanen, um rauszugehen – das entfällt bei der Katze.
Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der überlegt, sich eine Katze anzuschaffen?
Mein erster Tipp wäre: ins Tierheim gehen und sich dort umschauen. Und sich wirklich gut überlegen, ob man die Zeit und die Möglichkeiten hat. Katzen brauchen Aufmerksamkeit – gerade anhängliche Tiere wie unsere. Wenn sie zu wenig bekommen, können sie traurig werden, schlechter fressen oder sich verändern. Auch Katzen können so etwas wie depressive Verstimmungen entwickeln. Wenn man aber genug Liebe, Zeit und Empathie mitbringt und keine Allergie hat, dann kann ich nur sagen: machen. Es lohnt sich.










